Leben an den Kantons­grenzen

Entwicklungskonzept Grenzraum

Leben an den Kantons­grenzen

Wie sich Peri­pherie zu einem funktio­nieren­den urba­nen Siedlungs­raum wan­deln könnte.

AUFTRAGGEBER

Kanton Aargau, Abteilung Raumentwicklung /

Kanton Zürich, Amt für Raumentwicklung

Zeitraum

2012 - 2013

ansprechperson

Dieter Zumsteg

d.zumsteg@planwerkstadt.ch

+41 (0)44 456 20 11

Dietikon ZH / Spreitenbach AG

Zwischen Spreiten­bach und Dietikon befindet sich eine der letzten grossen, freien Flächen im Limmattal. Bis vor kurzem wurde der Grenz­raum zwischen den Kantonen Aargau und Zürich nicht inte­grativ beplant. Ab 2022 verkehrt die Limmattal­bahn zwischen Zürich-Altstetten und Killwangen-Spreiten­bach und sorgt für eine hervor­ragende Erreich­barkeit. Das von Planwerkstadt erarbeitete räumliche Entwick­lungs­konzept, als dynamisches Strategie­instrument für die Organisation des Raums, soll aufzeigen, wie sich eine Siedlungs­erweiterung mittel- bis langfristig nachhaltig und ressourcen­schonend entwickeln könnte.

Nicht nur im Aargau ist das Auto das am weitesten verbreitete Verkehrsmittel. Hier besitzen über 80 Prozent der Haushalte mindestens ein Auto, rund 30 Prozent sogar zwei Fahrzeuge oder mehr. Nur mit einer konsequenten Ausrichtung auf öffentliche Transportmittel kann die Verkehrszunahme im Limmattal bewältigt werden. (Quelle: Bundesamt für Statistik, Bundesamt für Raumentwicklung, Mikrozensus Mobilität und Verkehr 2010 MZMV 2010). 

Als gemeinsames Projekt der Kantone Aargau und Zürich wird die Limmattalbahn schon in fünf Jahren den peripheren Raum zwischen Baden und Zürich erschliessen. Ende März 2015 bewilligte der Zürcher Kantonsrat 195 Millionen Franken für die erste Etappe zwischen Zürich Farbhof und Schlieren sowie 382 Millionen Franken für die Gleisanbindung an den Bahnhof Altstetten und die Verlängerung bis Killwangen-Spreitenbach. 

Planwerkstadt wurde beauftragt, eine Zukunftsvision mit gesamträumlicher Optik für die nächsten 30 Jahre zu entwickeln. Welche Rolle der grenzübergreifenden Fläche zukommen könnte, wollten die Raumplanungsämter beider Kantone aufgezeigt erhalten. Im Rahmen einer interdisziplinären Projektgruppe, bestehend aus Vertretern der beteiligten Kantone, der regionalen Planungsgremien und Gemeinden, galt es die laufenden und zu erwartenden Planungen, Projekte und Prozesse im Grenzraum unter Abstimmung verschiedener Ansprüche und Disziplinen zu veranschaulichen. 

Type 1
Eine Zukunfts­vision mit gesamt­räum­licher Optik zur schritt­weisen Realisierung.

Der Grenzraum ist Teil eines Systems von Gewerbe- und Arbeitsplatzgebieten, die im Mosaik zwischen Autobahn, Bahnstrecke und Limmat im Talboden liegen. Vielerorts findet in diesen Gebieten momentan eine Transformation statt von reinen Gewerbe- zu Arbeitsplatz- und Mischgebieten mit vielfältigen Nutzungen für Dienstleistung, Konsum, Kultur und Wohnen. Eine Konzentration des Bauens an optimal erschlossenen Lagen stellt eine der wichtigsten raumplanerischen Forderungen der Gegenwart dar.

Die vier erarbeiteten Konzepte für Nutzung, Bebauung, Erschliessung und Landschaft bilden das Grundgerüst für eine schrittweise Realisierung über eine längere Zeitspanne. Das bereits intensiv genutzte Limmattal soll Stück für Stück wachsen, ohne die bestehenden Zentren von Dietikon und Spreitenbach zu konkurrenzieren und verkehrlich noch mehr zu belasten. Das Entwicklungs­konzept bindet die landschaftlichen Qualitäten ein und nutzt den Raum mit konsequenter Ausrichtung auf den öffentlichen Verkehr optimal. 

Arbeiten und wohnen

Das räumliche Entwicklungskonzept geht vorderhand von den Nutzungen aus, die in den heutigen Zonenplanungen der beiden Gemeinden vorgesehen sind. Es sieht für die Zukunft mehr bebaute Flächen in grösserer Dichte sowie eine Erhöhung des Wohnanteils ingesamt vor. Ausserdem werden die Freiräume aufgrund einer übergeordneten Betrachtung anders organisiert. 

Type 4

Gelingt es, den Grenzraum effizient zu erschliessen ohne auf grosszügige Landschafts- und Grünraume verzichten zu müssen? 

Type 14
Type 15

Mit einer Abmessung von 1'500 Meter Länge auf 500 Meter Breite ist der Grenz­raum vergleichbar mit Zürich-West oder etwa der Innen­stadt von Aarau. Die Entwick­lung bietet lang­fristig ein Potential für 8'000 bis 14'000 neue Arbeits­plätze und bis zu 5'000 neue Ein­wohnerinnen und Ein­wohner. 

ZUKUNFTSGERICHTETES MOBILITÄTSVERHALTEN

Auf der 13,4 km langen Strecke zwischen dem Bahn­hof Zürich-Altstetten und Killwangen-Spreitenbach sind 27 Halte­stellen vorgesehen. Mindestens drei mal hält die Limmat­talbahn im Grenz­raum. Das sind beste Voraus­setzungen, die Verkehrs­strukturen und die Sied­lung optimal aufeinander abzustimmen.

Kernaussagen Entwicklungskonzept
Die räumliche Entwicklung im Grenzraum Spreitenbach-Dietikon ist abgestimmt auf die Limmattalbahn und sieht eine hohe bauliche Dichte vor. Sie soll vielfältige Nutzungen bieten und attraktive Strassenräume für alle Verkehrsteilnehmer gewährleisten. Das Konzept besitzt eine städtebauliche Maschenweite, die Flexibilität erlaubt und eine effiziente Erschliessung ermöglicht.

Das Limmattal zählt im Metropolitanraum Zürich zu den boomenden Regionen. Die leistungsfähige Limmattalbahn sorgt als verbindendes Element zwischen den Kantonen Zürich und Aargau für eine verlässliche und rasche Verkehrsachse. In 37 Minuten von Zürich-Altstetten nach Spreitenbach – staufrei. Visualisierung: Architron GmbH, Zürich.

Type 5
LEISTUNGEN PLANWERKSTADT ag
  • Veranschaulichen der laufenden und zu erwartenden Planungen, Projekte und Prozesse im Grenzraum. 
  • Abstimmung verschiedener Ansprüche und Disziplinen (Verkehr, Städtebau, Landschaft).
  • Erarbeitung des räumlichen Entwicklungskonzepts mit einem Zeithorizont 2040.
Type 3
Text / Redaktion 
Rebekka Zumsteg
Bilder 
Juliet Haller