Das Stadtzürcher Seebecken im 2030

Leitbild und Strategie Seebecken

Das Stadtzürcher Seebecken im 2030

Leitplanken für Zürichs bedeutendsten Freiraum

Auftraggeber

Stadt Zürich, Amt für Städtebau

Kanton Zürich, AWEL

Zeitraum

2008 - 2011

Ansprechperson

Dieter Zumsteg

d.zumsteg@planwerkstadt.ch

+41 (0)44 456 20 11

Stadt Zürich

Ein Fluss ist reizvoll. Ein Meer wäre herrlich. Zürich hat den See. Und der ist beliebt. So beliebt, dass die verschiedensten Begehrlichkeiten nebeneinander Platz finden müssen. Wie die Qualität dieses wertvollen Freiraums bewahrt und organisiert werden kann, war Auftrag und Ziel eines zu erarbeitenden Leitbildes. Es formuliert die gemeinsame Grundhaltung der städtischen und kantonalen Regierung, spezifiziert diese mit Leitsätzen und hält in einem Zielbild fest, wie sich das Seebecken im Jahr 2030 präsentieren soll. Das Leitbild dient nachfolgenden Planungen, Projekten und Bewilligungen als handlungsweisende Grundlage.

Emsiges Treiben rund um den Zürichsee. Seegfrörni von Schmerikon am Obersee bis hin zum Zürcher Seebecken. Am 1. Februar 1963 wurde die Eisfläche für die Bevölkerung freigegeben und zog Tausende Besucher an. Überall fliegende Händler, Marronistände, Grillwürste, verloren gegangene Kinder. Nach einer Woche waren Schlittschuhe im Kanton Zürich ausverkauft. Nach 35 Tagen war der Spuk vorbei. Die Folgeschäden aber beschäftigten noch lange Zeit. Das Eis hatte Stegen, Pfählen, schwimmenden Badeanlagen und Uferverbauungen enorm zugesetzt. Foto: Fotoalbum Märki, Meilen 1962 bis 1963.

Der See ist ein Geschenk der Natur für alle, die in Zürich wohnen, arbeiten und zu Gast sind. Das grössten­teils öffentlich zugängliche Ufer ist von grossem Wert und für die Region um den Zürichsee einzigartig. Die landschaftlich reizvolle Lage rund um das Seebecken mit Blick bis in die Alpen macht Zürich gar zu einer der lebenswertesten Städte der Welt. Damit dieser zentrale Beitrag zur Lebensqualität möglichst intakt bleibt und sich weiter entwickeln kann, sind abgestimmte und gut konzipierte Leitplanken, für alle die heute und morgen darauf einwirken, erforderlich.

NutzungsKonflikte

Über Jahrzehnte ist die Organisation der verschiedenen Nutzungen um das Seebecken organisch gewachsen. Zum Teil bestehen Regeln, zum Teil stille Vereinbarungen. Ziel des Auftrags war, ein gemeinsames Verständnis zu erarbeiten sowie eine strategische und konzeptionelle Entscheidungs­grundlage für die qualitative Weiterentwicklung zu schaffen. Um den Prozess des Nach- und Vorausdenkens zu unterstützen haben die Stadt und der Kanton ein Leitbild in Auftrag gegeben. Die Co-Projektleitung oblag dem Amt für Städtebau sowie dem AWEL. Planwerkstadt fungierte als Fachplanerin.

Type 1

Die öffentlichen Parkanlagen dienen als Naherholungsgebiet für alle Bevölkerungsschichten von Jung bis Alt. Kultur, Sport und Freizeitvergnügen um das Zürcher Seebecken generieren das ganze Jahr hindurch und fast rund um die Uhr eine volle Agenda. Der hohe Nutzungsdruck kann zu Konflikten zwischen den verschiedenen Nutzergruppen führen – und regelmässig zu hohen Abfallbergen.

Type 10
Type 15

In einer breit abgestützten Projektgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener kantonaler und städtischer Ämter und Behörden wurden in mehreren Workshops die vorhandenen Qualitäten im Seebecken der Stadt Zürich benannt sowie Potentiale, Synergien und Konflikte ermittelt. Zudem wurden ein koordinierter Handlungsbedarf und Schlüsselprojekte für die Umsetzung definiert.

Über allem steht die gemeinsame Grundhaltung von Stadt und Kanton Zürich. Das Seebecken ist imagebildende Visitenkarte, ist für alle zugänglich, bietet vielfältige Möglichkeiten und bedingt einen verantwortungsvollen Umgang.

In einer Strategie wurden Leitsätze konkretisiert und sieben Themenfelder definiert: 

  • Stadträume und Gestaltung
  • Denkmalpflege, Archäologie und Ökologie
  • Erholung und Sport
  • Kultur und Veranstaltungen
  • Gastronomie
  • Erschliessung und Verkehr
  • Versorgung und Entsorgung

Zur Verwirklichung des Leitbildes wurden Ziele formuliert. In vier designierten Gebieten mit Entwicklungspotential sollten ferner die nächsten Schritte für mögliche Veränderungen geprüft werden. Im Fokus stehen Wollishofen, Enge, Bürkliplatz-Utoquai und Tiefenbrunnen. Die formulierte Grundhaltung sowie die Leitsätze und Ziele sollen für einen mittel- bis längerfristigen Planungshorizont Gültigkeit haben.

Gesundes Zürichseewasser
Zum Wohl !

mit Hahnenburger

Das Zürcher Trinkwasser stammt zu 70 Prozent aus dem Zürichsee und ist bekannt für seinen geringen Kalkgehalt. Über 800'000 Einwohnerinnen und Einwohner aus Stadt und Region trinken täglich davon. Ein konsequenter Gewässerschutz hat zu einer erstklassigen Wasserqualität beigetragen.
Das See­becken dient primär der öffent­lichen Nah­er­holung.

Flanieren am See, das ganze Jahr hindurch beliebt bei Zürcherinnen und Zürchern.

Type 11

Das Leitbild und die Strategie sind für die Verwaltungen von Kanton und Stadt verbindlich und dienen nachfolgenden Planungen und Projekten sowie Bewilligungen oder Konzessionen als handlungsweisende Grundlage. Der Regierungsrat des Kantons Zürich sowie der Stadtrat der Stadt Zürich haben das Leitbild und die Strategie zustimmend zur Kenntnis genommen.

LEISTUNGEN PLANWERKSTADT AG
  • Analyse der Themenfelder
  • Moderation der Workshops
  • Benennung vorhandener Qualitäten und Ermittlung von Synergien und Konflikten
  • Formulierung von Zielen und einer Entwicklungsstrategie
  • Definition eines koordinierten Handlungsbedarfs und von Schlüsselprojekten für die Umsetzung
  • Unterstützung Projektmanagement
Type 3
Text / Redaktion 
Rebekka Zumsteg
Bilder 
Juliet Haller