Opposition gegen Hochhausprojekt

Spreitenbach will keine Verstädterung

Opposition gegen Hochhausprojekt

Die Kirche im Dorf lassen
Die Angst vor Wachstum mobilisierte die Bevölkerung. Die Überzeugungsarbeit für das Hochhaus-Projekt fruchtete offenbar zu wenig im einstigen Bauerndorf, welches bereits in den 1960er Jahren verschiedene Wachstumsschübe zu meistern hatte und einst eine Stadt für 35'000 Einwohner werden sollte. Nun gibt es kein neues Parkhaus, dank welchem die meisten oberirdischen Parkplätze beim Einkaufszentrum aufgehoben werden könnten. Keinen grosszügigen Stadtpark, der mit der geplanten Zentrumsentwicklung verschiedene Ortsteile in der Mitte verknüpfen würde. Und auch keine neuen Wohnungen für das mittlere bis hohe Preissegment, welche gemäss Prognosen das Steuersubstrat hätten steigern können.  Der Souverän hat entschieden. Respektive jener Bevölkerungsanteil, welcher stimmen darf und die Kirche heute und morgen lieber im Dorf lassen will. Spreitenbachs Entwicklung geht gleichwohl weiter – wenn auch ohne Valentin Schmid. Der Gemeindepräsident ist am Abend der Gemeindeversammlung zurückgetreten. 

An der Gemeindeversammlung vom 14. Januar 2020 wurde die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung Neumatt mit 590 Nein zu 327 Ja-Stimmen abgelehnt. Das Projekt eines Immobilienfonds der Credit Suisse für vier rund 100 Meter hohe Wohntürme mit nahezu 600 Mietwohnungen und zwei Zeilenbauten mit 80 Eigentumswohnungen unmittelbar neben dem Shoppingcenter Tivoli ist damit vorläufig vom Tisch. Inwieweit ein Referendum ergriffen wird, ist offen. Ein Fünftel der stimmberechtigen Bevölkerung müsste dieses unterzeichnen. 

Planwerkstadt hat in Spreitenbach den Entwicklungsrichtplan entwickelt, welcher als behördenverbindliches Planungsinstrument die Basis für alle Planungen in diesem Raum darstellt. Die Teilrevision für die Zentrumsentwicklung wurden ebenfalls von Planwerkstadt erarbeitet sowie der erforderliche Gestaltungsplan.

Text / Redaktion 
Rebekka Zumsteg
Bilder 
Bettina Weber