Dennerplatz wird Emilies Platz

Wo sind die Frauen im öffentlichen Raum?

Dennerplatz wird Emilies Platz

Der im Volksmund genannte «Dennerplatz» an der Langstrasse im Kreis 5 heisst neu seit Ende September 2020 Emilie-Lieberherr-Platz. Angestossen hatten dies die Grüne Gemeinderätin Elena Marti zusammen mit der Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber, welche den Stadtrat mit einem Postulat dazu aufforderten. Die Idee dazu kam am Frauenstreik 2019 und soll dazu beitragen, die Frauen im öffentlichen Raum sichtbarer zu machen. Lieberherr war eine beherzte Kämpferin und eine der führenden Persönlichkeiten für das Frauenstimmrecht in der Schweiz. Die SP-Politikerin mit Urner Wurzeln war die erste Zürcher Stadträtin – 1970 wurde sie zur Vorsteherin des Sozialamtes gewählt und war bis zu ihrem Rücktritt 1994 im Amt. Sie war Initiantin der Heroinabgabe an Schwersüchtige und setzte sich mit dem Bau von 22 Altersheimen und zahlreichen Alterswohnungen massgeblich für die ältere Bevölkerung ein. Im kommenden Jahr soll die engagierte Politikerin, welche 2011 mit 86 Jahren verstarb an ihrem Geburtsort in Erstfeld auch einen Weg erhalten, der nach ihr benannt ist. 

Der Mikroplatz an der Josef-/Langstrasse nimmt eine wichtige Scharnierfunktion zwischen den unterschiedlich charakterisierten Strassenräumen wahr. Als Ersatz für die fehlenden grösseren Freiräume im inneren Kreis 5 sollen Mikroplätze mit kleinräumigen Aufwertungen eine verbesserte Aufenthaltsqualität erhalten. Planwerkstadt durfte 2014 die Platzgestaltung für das Tiefbauamt der Stadt Zürich entwickeln und in der Bauphase begleiten

Man darf gespannt sein, ob sich der neue Name des Platzes durchsetzen wird. Der Eigensinn der Namensgeberin lässt eigentlich wenig Zweifel übrig. 

Text / Redaktion 
Rebekka Zumsteg
Bilder 
Rebekka Zumsteg